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Mehrfach vorkommende Straßennamen in Linsengericht – Rückzieher der Rot-Grünen Mehrheit stößt auf Unverständnis
28.03.2012
Immer noch verwundert zeigt sich die Fraktion der FWG/Bürgerliste Linsengericht über den Sinneswandel der Rot-Grünen Mehrheitsfraktionen bei der Abschaffung der im Linsengericht doppelt oder mehrfach vorkommenden Straßennamen: „Noch im Oktober letzten Jahres gab es eine insgesamt breite Zustimmung zu diesem Vorhaben in der Gemeindevertretersitzung und nur ein halbes Jahr später kippen SPD und Grüne die Entscheidung und ziehen dieses unserer Meinung nach wichtige Projekt, das die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger nachhaltig stärkt mit überzogenen Kostenschätzungen und dem Argument der Haushaltskonsolidierung zurück“, so Fraktionsvorsitzender Heinz Breitenbach.

Die BGL-Gemeindevorstandsmitglieder Gisela Bohlender und Sebastian Dein ergänzen: „Sicherlich, es hätte einmal eine umfassende Diskussion in den Ortsbeiräten und in der Bevölkerung gegeben, auch die Gemeindeverwaltung wäre mit zusätzlicher Arbeit befasst worden, aber dafür wäre das bedeutsame Thema endlich konsequent zum Wohle und Nutzen aller Linsengerichter umgesetzt gewesen.“ Zur Erinnerung: Die Gemeindevertretung hatte am 5. Oktober 2011 mit großer Mehrheit beschlossen, alle in den Linsengerichter Ortsteilen doppelt oder mehrfach vorkommenden Straßennamen bis zum 31.12.2014 abzuschaffen. Beispielsweise gibt es in jedem der 5 Ortsteile die Gartenstraße und je 4 mal die Hauptstraße und die Spessartstraße, viele weitere Straßen gibt es ebenfalls im Gemeindegebiet 2 oder 3 mal. Nun hat das gleiche Gremium in der gleichen Besetzung und in der gleichen Wahlperiode am 16. März diesen Beschluss mit den Stimmen von SPD und Grünen gegen die Stimmen von Bürgerliste und CDU rückgängig gemacht. „Argumente, die noch vor wenigen Monaten akzeptiert und für sachlich richtig befunden wurden, gelten heute plötzlich für Rot-Grün nicht mehr“, so der Bürgerlistenvorsitzende Heinz Breitenbach, der sich über diese Koalition nur noch wundern kann.

Hauptargument der Bürgerliste / FWG Linsengericht für die Umbenennungen war immer die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger: „Bedenkliche Situationen können entstehen, wenn in Notfällen der Rettungswagen zunächst in den falschen Ortsteil fährt, weil in der durchaus verständlichen und menschlichen Hektik eines Notrufes der Ortsteilname zusätzlich zur Straßenbezeichnung schlicht und einfach vergessen wurde. Man kann nur hoffen, dass es nie so weit kommt, wenn es um jede Sekunde der eintreffenden medizinischen Versorgung und damit auch um Menschenleben geht. Wie fühlt sich ein junger vielleicht nicht ganz ortskundiger Rettungswagenfahrer, der gerade den Wingertsweg am Eidengesäßer Waldrand angesteuert hat, obwohl er eigentlich in den Wingertsweg in Lützelhausen gerufen wurde und nun dorthin weitere 7 Kilometer Fahrtstrecke vor sich hat, die wiederum wertvolle Minuten kostet?“, stellt die Bürgerliste die hypothetische, aber nach dem rot-grünen Rückzieher leider nun immer noch vorstellbare Frage.